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DaZ für Schweizer
Es isch emau e Schwyzer gsi, dä isch i di erschti Klass cho. Und da demit hei d Problem scho agfange. Sis ganze bishärige Läbe, auso immerhin scho öppe 5 Jahr, het är nämlech nüt angers aus Bärndütsch gschnurret. U jetzt plötzlich hets gheisse, „so, ab heute sprechen wir Schriftdeutsch“.
Minetwäge Schriftdeutsch schribe, drum heisst ja „Schriftdeutsch“, oder Schriftdeutsch läse; wes de scho Schriftdeutsch ufgschriben isch de list mer i Gotts Name äbe o so. Aber warum de Schriftdütsch rede? Nei, Schriftdütsch rede, nei, sorry, das wär de gliich e chly too much verlangt!
Nei, das cheibe Hochdütsch isch em eifach z höch gsi. Da hei sie no lang chönne Standardsprach drzue säge, standard u normal isch für ihn Bärndütsch gsi, punkt. Das Hochdütsch isch für ihn e Frömdsprach gsi, genauso wie füre Dragan, wo mit ihm die 1. Klass het agfange. Nume dr Bastian, wo mit sine Eutere us Niedersachse isch härezoge, het da ke Problem gha. Obwouh är z erscht gmeint het, die Sprach, wo d Lehrerin da redt, sig Schwyzerdütsch.
Grad was das Schriftdütsch betrifft, isch dr Dragan vo dr Frou Mässerli, dr Lehrerin, bsungers gförderet u verhätschelet worde, wöu da isches um Integration gange, ganz wichtig, Integration von Ausländern, es isch d Red gsi vo „Deutsch als Zweitsprache“, ja, dä het wenigschtens e Grund gha zum das cheibe Schriftdütsch lehre, wöu deheime het dä ja nume usländisch gschnurret.
Aber är, är isch haut nume e iheimische Schwyzer gsi, das praktische DaZ-Label het är haut nid übercho, wöu är het ja aus Erscht- u Muettersprach scho dütsch gha. Ja, sogar de Vater het d Muettersprach dütsch gha. Ja, ufem Papier hei är u di ganz huere Familie sit Generatione Erscht- u Muettersprach Dütsch gha - aber äbe nid das grüslige, hochgstochene, importierte Schrifthochstandarddütsch, gopferdammi, är het sini Muetter siner läbtig nie ghört Hochdütsch schnurre, sini Muettersprach isch drum Bärndütsch gsi, nüt anders! U mit däm Bärndütsch isch er geng guet gfahre, ir ganze Schwyz, vo Bärn bis ids Bünderland, sogar dr Cousin z Züri het ne verstande. Für was het är itz no e Zwöitsprach bruucht? Ämu nid zum sich integriere, är isch integriert gsi, är isch scho integriert uf d Wäut cho! Är het sogar säuber integriert, nämlich de Dragan, ufem Pouseplatz, da het är däm nämlich vom erschte Tag a es subers Bärndütsch bibracht. Aber im Klassezimmer het ihm das d Frou Mässerli natürlich geng aus wieder kaputt gmacht, die het däm arme Tüüfu das huere Schriftdütsch itrichteret, dass är es babylonisches Dürenang het übercho…
Den Rest der Geschichte, und warum der Berner Bub letztlich doch froh über sein Hochdeutsch als Zweitsprache war, erfahren Sie live, wenn Sie den Autor und Spoken-Word-Künstler buchen -> http://www.simonchen.site.ms/
DaZ ein Klagelied
(Mit ausländischem Akzent lesen)
DaZ
DaZ very difficult
DaZ very schwer
Muttersprach einfach
Aber DaZ very schwer
Wortschatz aneignen, DaZ very schwer!
Nur in Märchen du finden Schatz!
DaZ very schwer, very very schwer!
Frau Stüssi, DaZ Lehrerin, sage Wortschatzerwerb sehr wichtig.
Wortschatzerwerb…Aber ich haben kein Geld!
DaZ sehr teuer, Schatz immer sehr teuer.
Bleibt nix anders übrig, ich Wortschatz lernen.
1. Lektion: Grundwortschatz.
Ich habe Frage: gehöre Wort „Grundwortschatz“ zu Grundwortschatz?
Oder gehöre Wort „Wortschatz“ zu Grundwortschatz?
Frau Stüssi sage nein, aber Wort „Grundwortschatz“ gehört zu Wortschatz.
Aber wie kann sein? Habe kein Platz. Wort „Grundwortschatz“ länger als Wort „Wortschatz“?
DaZ so kompliziert, DaZ so schwer!
Frau Stüssi sage, Grundwortschatz ist Wörter häufig vorkommen in Alltag.
Also Worter „Wortschatz“ und „Grundwortschatz“ gehöre doch zu Grundwortschatz; weil in meine Alltag, ich denken und reden und träumen ganze Zeit nur von „Wortschatz“ und „Grundwortschatz“.
2. Lektion: Ich habe erweitert meine Wortschatz. Jetzt ich kenne neue Wort, DaZ heisst „Aufbauwortschatz“.
Frau Stüssi sage, Aufbauwortschatz, DaZ Worter zum differenzieren. Ich sage Beispiel: wenn ich rede von „Wortschatz“, dann du fragen, welche Wortschatz du meinst genau? Und ich sage: „Aufbauwortschatz“. DaZ it!
Aber Frau Stüssi sage, dass Wort „Aufbauwortschatz“ gehört nicht zu Aufbauwortschatz, sondern zu Fachwortschatz. Ich nicht versteh.
DaZ so kompliziert, DaZ so schwer!
…
Worin die 3. Lektion besteht, erfahren Sie ebenfalls, wenn Sie Simon Chen engagieren -> http://www.simonchen.site.ms/
Im Anfang war DADA (Literaturblog-Eintrag vom 4.3.08)
Und deshalb berichte ich heute über meine Tochter. Und wie sie die Sprache entdeckt. Sie ist jetzt acht Monate alt und vor wenigen Wochen tat sie ihr erstes Wort! Nicht Mama, nicht Papa, sondern – Klischee hin oder her – DADA! Monatelang brabbelte sie undefinierbar vor sich hin, und auf einmal war da ein unmissverständliches DADA! Spätestens seit den Dadaisten gilt DADA als Wort, der Begriff hat Eingang gefunden in die Wörterbücher und ist deshalb im Unterschied zu gelallten Lauten zum Sprachwortschatz zu zählen. Jedenfalls aus der Perspektive von uns Erwachsenen. Kann sein, dass DADA im kleinen Bewusstsein eines Babys bloss eine unwillkürliche Steigerung des Brabbelns darstellt. Aber immerhin wiederholt meine Tochter das Silbendoppel, und Wiederholbarkeit darf doch als Indiz für den Beginn eines bewussten Sprechaktes gewertet werden. Während sie DADA sagt, denkt sie vielleicht auch ein bisschen DADA. Oder machen nur Kiefer und Zunge DADA, während im Oberstübchen noch immer GAGA herrscht? Wann entstehen Gedanken, wann Sprache? Meine Tochter ist zum Glück noch weit davon entfernt, einen Schreibstift zweckmässig halten zu können, aber angenommen sie wäre dazu imstande, würde sie schreiben, was sie schon sagt, also „DADA“? Und hat DADA womöglich für sie mehr Inhalt als wir kunstgeschichtlich Bewanderten es für möglich halten? Ist ihr endlos wiederholtes DADA und DADADA gar Ursprung des automatischen Schreibens? Oder ist im Gegenteil meine Tochter noch nicht fähig zum Reden und Schreiben, ganz einfach weil ihre Gedankenwelt noch unsäglich und unbeschreiblich ist?
Da fällt mir ein: oftmals, wenn meine Tochter vergnügt am Dadasagen ist, macht sie gleichzeitig mit beiden Händchen lustige Winkewinkebewegungen, indem sie sie grazil auf den Handgelenken kreisen lässt wie auf einem geölten Kugellager (es mutet an wie balinesisches Theater). Weist diese Parallellität nicht darauf hin, dass sich da ein neuer Ausdruckswille buchstäblich Sprache verschaffen will? Sprache wird körperlich, also fassbar.
Die Schreiphase hat unsere Tochter zu unserem Glück praktisch übersprungen (gut, noch ist nicht aller Tage Nächte..), momentan steckt sie knöcheltief in der Breiphase (immerhin, ihre Leibspeise ist Dadais-Mus), die Schreibphase jedoch liegt noch in weiter Zukunft und das ist auch gut so. Noch lallt oder dadallt sie ihre frühkindlichen Gedanken und Empfindungen. Noch sind ihre Entäusserungen sinnlicher Unsinn. Für erwachsene Ohren jedenfalls. Aber entstehen nicht mitunter auf diese Weise Texte? Aus Buchstabenmaterial, aus aufgeschnappten Wörtern, gehörten Schnappschüssen, flüchtigen Gedankenfetzen und spontanen Gefühlsregungen? Auch ich denke und schreibe zuweilen Unsinn. Der einzige Unterschied zum DADAismus meiner Tochter; es ist – man mag es werten wie man will - durchdachter Unsinn. Höherer Blödsinn aus einem verkopften Bauch heraus. Ich schreibe, also bin ich (Autor).
Grundstufen-Aufsatz
Warum ich die Grundstufe toll finde
Ich gehe seit vier Jahren in die Grundstufe. Mir gefällt es gut. Ich kenne ja auch nichts anderes. Mein grosser Bruder, der noch ganz normal in die Schule gegangen ist, hat aber gesagt, dass früher alles besser war. Aber das sagen die Alten ja immer.
Die Kleinen finden super, dass sie mit den Grossen in einer Klasse sind. Ich bin z.B. doppelt so alt wie der Sandro, wo mein bester Kamerad ist. Er ist sehr stolz, mit mir in der gleichen Lerngruppe zu sein. Wenn wir zusammen nach Hause laufen, schäme ich mich aber ein bisschen, weil dann alle denken, er sig mein kleiner Bruder und ich müss auf ihn aufpassen. In Unserer Lerngruppe ist die grösste. Hier wird das Individuelle am meisten gefödert. Je anderster ich etwas mache, desto besser.
Wir haben zwei Lehrerinnen. Frau Vogt ist besser beim Ausflugmachen, Fangis oder Holzklötzlitürmebauen und so, und die andere, Frau Iselin kann dafür Lesen und Schreiben und Rechnen. Ich habe Frau Vogt lieber. Ich finde gut, dass die beiden Teamteaching zusammen machen, weil dann können sie doppelt so lange schaffen bis sie ein Burnout haben. Teamteatsching ist auch toll, weil dann sagt die einte Lehrerin etwas, und die andere sagt etwas anderes, das ist immer lustig! Zum Beispiel hat Frau Iselin gesagt, wir dürfen affentittengeil sagen, weil es etwas mit Naturkunde zu tun hat und Frau Vogt ist megadagegen.
Wir machen alles spielerisch. Beim Lesen, Schreiben und Rechnen geht das ja noch. Aber wir Spielen sogar spielerisch, das find ich dann manchmal etwas too-much. Das gute an der Grundstufe ist, wenn man einmal beim Rechnen oder so einen Knopf hat, dann macht das nichts und ich gehe halt für einen Moment in die andere Gruppe, wo sie Holzklötzlitürme bauen. Individell eben.
Aber je frühner dass man etwas lernt, desto besser geht’s. Der Tim zum Beispiel, der konnte am Anfang kein Wort Schwyzerdeutsch und jetzt merkt man gar nicht mehr, dass er ein Schwabe ist. Aber wenn sein Vater, wo Professor an der Uni ist, anfängt, Schwyzerdeutsch zu reden, merkt man, das er nicht in der Grundstufe war. Wir haben aber auch richtige Ausländer in der Klasse. Die meisten sind in meiner Lerngruppe.
…
Den Rest des Schulaufsatzes kann man auch live erleben
-> http://www.simonchen.site.ms/
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