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    Verein Zürcher Lehrpersonen Deutsch als Zweitsprache

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"Ich gehe, du gehst, sie geht. Geht es? Danke - es geht! "

INSERAT 2011In Winterthur fand am 2. November die 16. Fachtagung des kantonalen Vereins der Deutsch-Als-Zweitsprache-Fachlehrer/-innen zum Thema «Spielen im DaZ? Ist das eine Frage!» statt.

Das wichtigste gleich vorab: Wer mit Sprache spielt, hinterfragt die gegebene Bedeutung der Worte und stellt damit die Sprache ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Frau Doktor Gerlinde Belke, Akademische Rätin Universität Dortmund a.D. , erklärte in ihrem Referat den 200 Teilnehmenden, was es mit den Sprachspielen auf sich hat: „Zu allen Zeiten und in allen Kulturen hat es das Sprachspiel als spielerischen Umgang mit den Elementen der Sprache und den Beziehungen zwischen diesen Elementen gegeben. Sprachspiele begegnen uns im Alltag, in den Medien, in der Werbung, im Sprichwort in der konkreten Poesie und nicht zuletzt im kindlichen Sprachspiel. Kinderverse und Kinderlieder fördern den natürlichen Spracherwerb. Klang, Rhythmus und Reim entfalten ihre Faszination über Sprachgrenzen hinweg.“

Dazu ein Beispiel: Erste Klasse, Untertasse

1.Klasse, Untertasse
2.Klasse, Tafelkratzer
3.Klasse, alte Bären
4.Klasse, feine Herren,
5.Klasse, Engel,
6.Klasse, Bengel,
7.Klasse, Luftballon,
8.Klasse, flieg davon!

Das Sprachspiel kann also im Sprachunterricht dazu eingesetzt werden, schwierige Fertigkeiten so lange zu üben, bis sie beherrscht werden. Damit dieses jedoch gelingt, braucht es genaue sprachliche Vorgaben.

Diese erhielten die Teilnehmenden am Nachmittag in verschiedenen Workshops. Anhand diverser Spiele für alle Schulstufen, aber auch mit Zauberei und Theater zeigten zwölf Workshopleiterinnen wie DaZ-Kinder lustvoll Sprachstrukturen oder etwa die verflixten Nominalflexionen beherrschen lernen. Damit trafen sie bei vielen Teilnehmenden, so auch bei Elisabeth Zollinger, auf offene Ohren: «Ich suche seit längerem nach Möglichkeiten, Handeln mit dem Sprachlernen zu verbinden. Diese Tagung hat mich in meinem Anliegen nicht nur bestärkt, sondern mir auch gleich viele tolle Umsetzungsmöglichkeiten geliefert.» Damit ist das Ziel der Tagung auch für die Organisatoren erreicht. Bea Spaltenstein, Präsidentin des VZL-DaZ: «Es ist uns wichtig, dass die Teilnehmenden von diesem Anlass wirklich profitieren und hier viel Konkretes und Anregendes für ihren Arbeitsalltag erhalten.» In dieser Tradition steht auch der sogenannte «Ohrenschmaus», der seit vielen Jahren fester Bestandteil der Tagung ist und die Teilnehmenden jeweils unterhalten aber auch das Tagungsthema von einer zusätzlichen Seite beleuchten soll. Dieses Jahr ist es dem Verein gelungen, den Sprachspieler und Schriftsteller Franz Hohler dafür zu gewinnen.
Aber auch die bildungspolitische Seite des DaZ-Berufes kam an der Tagung nicht zu kurz. Markus Truniger und Naxhi Selimi vom Volksschulamt referierten zum DaZ-Unterricht und zum neuen Sprachstandsinstrument Sprachgewandt, das in Entwicklung ist.

(Referat und Folien gibt es als Download: www.vzl-daz.ch )
Kerstin Spirgi-Müller, Vorstand VZL DaZ


 

Aus der Ausschreibung:

Spielen im DaZ? – Ist das eine Frage?!
16. Fachtagung vom 02. November 2011


Dieses Jahr ist die Fachtagung dem Spiel und geeigneten Spielen für den DaZ-Unterricht  gewidmet.

Der Tag beginnt mit den wichtigsten Informationen und neuesten Entwicklungen zum DaZ aus dem Volksschulamt, Bildungsdirektion Zürich.

 

Das Thema der Tagung wird mit dem Übersichtsreferat von Frau Dr. Gerlind Belke, Akad. Rätin Universität Dortmund a.D. eröffnet. Es trägt den Titel „Sprachspiele, Spracherwerb und Sprachvermittlung“. Frau Belke gibt im Folgenden einen Einblick in ihre Ausführungen: 

 

„Zu allen Zeiten und in allen Kulturen hat es das Sprachspiel als spielerischen Umgang mit den Elementen der Sprache und den Beziehungen zwischen diesen Elementen gegeben. Sprachspiele begegnen uns im Alltag, in den Medien, in der Werbung, in literarischen und subliterarischen Genres, im Sprichwort, Aphorismus, in der konkreten Poesie und nicht zuletzt im kindlichen Sprachspiel. Kinderverse und Kinderlieder fördern den natürlichen Spracherwerb. Klang, Rhythmus und Reim entfalten ihre Faszination über Sprachgrenzen hinweg. Deshalb sollten sie bei der Sprachvermittlung in vielsprachigen Lerngruppen genutzt werden; sie lenken die Aufmerksamkeit auf die Sprache, z.B. auf bestimmte Laute, Silben, Morpheme, semantische Beziehungen, während sich die Aufmerksamkeit in instrumentell-kommunikativen Äußerungen auf das Ergebnis der sprachlichen Handlung konzentriert, nicht auf die dafür verwendeten sprachlichen Mittel. Im Sprachspiel findet die kindliche Urlust an der Wiederholung ihren authentischen Ausdruck und deshalb bietet es sich an, sprachliche Strukturen zu üben. Die spielerisch kreative Sprachvermittlung wird in diesem Vortrag an ausgewählten Beispielen für einen systematischen Sprachunterricht vom  Kindergarten bis zur Oberstufe vorgestellt.“

 

Der Nachmittag wird mit einer Überraschung eingeleitet. Ein bekannter Künstler schenkt uns als Dessert einen wahrhaften Ohrenschmaus. 

Anschliessend verteilen sich die Teilnehmenden auf 14 Workshops, die sich mit DaZ-Spielen für die verschiedenen Altersstufen beschäftigen. Die Leiterinnen – allesamt zertifizierte DaZ-Fachlehrerinnen – stellen Spiele vor, die die Teilnehmenden selbst spielen und auf ihre Zweckmässigkeit für den DaZ-Unterricht prüfen. Je nach Lust und Laune bringen die Teilnehmenden auch ihre Spiele mit. Kurzum: Am 02.11. wird in der Alten Kaserne Winterthur gespielt, was das Zeug hält!


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